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TOEFL Erfahrungsbericht - Tipps zur Vorbereitung
Erfahrungen mit dem TOEFL iBT in Paderborn
- Grundlegendes
- Schwierigkeitsgrad
- Aufbau des Tests
- Test-Beispiele
- Vorbereitungsmaterialien
- Testablauf
- Links
TOEFL (Test of English as a Foreign Language) ist ein standarisierter Test, um Englischkenntnisse zu überprüfen. Er wird oft für die Bewerbung bei Universitäten im Ausland (meist USA) oder für ein Englischstudium verlangt. In diesem Erfahrungsbericht beschreibe den Aufbau, die Vorbereitung und den Ablauf der Prüfung eines sogenannten Internet-Based-Tests (iBT) – die einzige Testform, die in Deutschland noch durchgeführt wird.
Grundlegendes
Der TOEFL iBT kann mittlerweile an vielen Orten Deutschlands durchgeführt werden. Die Anmeldung erfolgt über das Internet oder eine Telefonhotline. Die Kosten für den TOEFL-Test betragen momentan 185$ und können nur mit einer Kreditkarte bezahlt werden. Nach der Anmeldung erhält man eine Bestätigung, die man ausdrucken sollte, und zusammen mit dem Personalausweis beim Test vorzeigt.
Man sollte für den Test unbedingt ausreichend Zeit einplanen. Vorbereitung und Terminfindung können je nach Vorkenntnissen und Wohnort einige Wochen in Anspruch nehmen. Auch die Auswertung des Tests dauert ca. 15 Werktage und bis die Testurkunde dann im Briefkasten landet können nocheinmal 1,2 Wochen vergehen.
Aufgrund der hohen Kosten und der langen Wartezeit kann ich daher nur empfehlen, sich über Alternativen zum TOEFL-Test zu informieren. Einziger Vorteil des TOEFL-Tests ist, dass er sehr bekannt ist und von vielen Universitäten, Arbeitgebern etc. weltweit akzeptiert wird.
Schwierigkeitsgrad
Da Sprachkenntnisse sehr individuell sind und Personen mit den einzelnen Testbereichen unterschiedlich gut zurechtkommen, ist es schwierig eine allgemeingültige Aussage über die Schwierigkeit zu geben. Allerdings kann ich einige subjektive Anhaltspunkte geben.
Viele Universitäten verlangen für ein Auslandsstudium oder den Studienanfang eine Punktzahl von mindestens 79/80 Punkten. Diese Punktzahl ist relativ niedrig angesiedelt und müsste bei passablen Abiturkenntnissen auch mit wenig Vorbereitung problemlos schaffbar sein.
Sind mehr als 100 Punkte verlangt, sollte man sich jedoch etwas gründlicher auf den Test vorbereiten. Insbesondere, wenn man auÃ?erhalb der Schule noch keine weiteren Erfahrungen in Englisch gesammelt hat oder die letzte Englischstunde schon einige Jahre her ist.
Bei 107 oder mehr geforderten Punkten sollten ist auch für Personen mit sehr guten Englischkenntnissen eine gründliche Vorbereitung unerlässlich. In dieser Punkteregion sind nicht nur die Sprachkenntnisse von Belang, sondern auch, wie gut man mit den TOEFL-Testbereichen umgehen kann. Selbst ein Muttersprachler kann ins Straucheln kommen, wenn man nach 20 Sekunden Vorbereitungszeit Aspekte aus einer Vorlesung über das Paarungsverhalten von Seerobben wiederholen muss…
Aufbau des Tests
Der TOEFL iBT besteht im Gegensatz zu früheren Testformen (paper based, computer based) aus vier verschiedenen Bereichen und nimmt insgesamt ca. vier Stunden in Anspruch.
- Reading Comprehension (Verständnis geschriebener Sprache)
- Listening Comprehension (Verständnis gesprochener Sprache)
- Speaking (Sprechen)
- Written Expression (Selbständiges Schreiben)
In jedem der vier Bereiche kann man je nach Kenntnisstand bis zu 30 Punkte erreichen. Die maximal zu erreichende Gesamtpunktzahl beträgt 120.
Reading Comprehension
Der Bereich Reading Comprehension nimmt ca. 60-100 Minuten in Anspruch. In diesem Testbereich bekommt 3-5 kurze Texte (ca. 700 Wörter) aus dem akademischen Bereich (z.B. Astronomie, Geschichte, Biologie usw.). Zu jedem Test muss man ca. 12-14 Multiple-Choice-Fragen beantworten, die sich sowohl auf den Inhalt, als auch die Grammatik (z.B. „Auf welche Person im Satz bezieht sich folgendes Wort?”) beziehen. Die Zeitbeschränkung ist hierbei relativ knapp kalkuliert. Daher empfiehlt es sich, den Text erst nur zu überfliegen, und später bei der Beantwortung der Fragen einzelne Abschnitte nocheinmal genauer durchzulesen. Die Themen sind relativ einfach gehalten, sodass man den Sachverhalt mit einem passablen Wortschatz i.d.R. ohne Probleme verstehen kann. Das Fachvokabular kann man problemlos aus dem Kontext erschlieÃ?en, da es im Text meist mehrfach verwendet und umschrieben wird.
Listening Comprehension
Der Testbereich Listening Comprehension überprüft die Fähigkeit, Texte aus dem akademischen und alltäglichen Umfeld zu verstehen. In diesem 60-90 Minuten langen Aufgabenbereich hört man 4-6 Vorlesungen/Diskussionen im Klassenraum und 2-3 Unterhaltungen über allgemeine Themen aus dem Universitätsumfeld. Die Hörabschnitte sind jeweils 3-5 Minuten lang und werden nur einmal abgespielt. Während der Hörabschnitte darf man Notizen auf bereitgestellten Zetteln machen. Danach wird mit jeweils 5-6 Multiple-Choice-Fragen überprüft, ob man den Inhalt des Hörabschnitts verstanden hat. Bei manchen Fragen werden kurze Abschnitte des Hörabschnitts nocheinmal abgespielt.
Die Sprecher haben manchmal (sehr leichte) Akzente und verhalten sich sehr realistisch (räuspern, „ähm”, Versprecher). Die Themen sind relativ einfach gehalten. Wichtige Details werden im Laufe des Gesprächs mehrmals wiederholt. Daher ist es relativ einfach, dem Gesprächsverlauf zu folgen. Es empfiehlt sich, nur wenige Notizen zu machen und sich anstatt dessen besser auf das Gespräch zu konzentrieren. Die meisten Fragen kann man i.d.R. auch aus dem Gedächtnis heraus beantworten.
Speaking
In der Speaking Section wird überprüft, wie gut man über alltägliche und akademische Dinge sprechen kann. Sie dauert ca. 20 Minuten. Während dieser Zeit muss man insgesamt ca. 5 Minuten in ein Headset sprechen. Die Antwort wird vom Computer aufgezeichnet und an das Testzentrum zur Auswertung weitergeleitet.
Der Speaking-Bereich besteht aus zwei Independent Tasks und vier Integrated Tasks. Bei den Independent Tasks bekommt man eine alltägliche Frage gestellt (z.B. „Isst du gerne in einem Restaurant, oder kochst du lieber selber?”). Nach einer Vorbereitungszeit von 15 Sekunden muss man dann eine meist 45 Sekunden lange Antwort ins Mikrofon sprechen. Bei den Integrated Tasks liest man einen kurzen Text und/oder hört einen kurzen Hörabschnitt. Daraufhin hat man i.d.R. 30 Sekunden Vorbereitungszeit und muss dann ein 60 Sekunden langes Statement zu dem Text/dem Hörabschnitt abgeben. Man darf auch im Speaking-Bereich Notizen anfertigen. Aufgrund der knappen Zeitvorgaben ist es jedoch nur sinnvoll/möglich, einzelne Stichwörter/Vokabeln zu notieren.
Viele Testteilnehmer haben insbesondere vor dem Speaking-Teil Angst. Allerdings werden die gegeben Antworten sehr groÃ?zügig bewertet, wenn man sich einigermaÃ?en zusammenhängend verständlich machen kann. Die Ergebnisse fallen daher i.d.R. viel besser aus, als erwartet. Allerdings können die engen Zeitangaben einen enormen Druck verursachen. Daher sollte man das Test-Szenario vorher unbedingt schonmal durchspielen. Entweder mit Testsoftware oder einem Lernpartner.
Writing
Der Writing-Bereich ist in zwei Teile untergliedert. Im ersten Teil liest man einen kurzen Text und hört im Anschluss ein Gespräch, das an den Inhalt des Textes anknüpft. Nun hat man 20 Minuten Zeit, um eine Antwort zu schreiben. In der Regel soll man die wesentlichen Punkte des Hörabschnitts und des Textes wiedergeben und die Unterschiede/Zusammenhänge herausstellen. Der Text wird während der Bearbeitungszeit wieder eingeblendet. Die Länge der Antwort sollte ca. 300 Wörter betragen. Zur Kontrolle wird die Anzahl der bereits eingegebenen Wörter auf dem Bildschirm angezeigt.
Im zweiten Teil ist die eigene Kreativität gefragt. Man bekommt eine Frage gestellt und muss seine eigene Meinung zu einem Thema darlegen und mit Argumenten begründen (z.B. „Sollten Schüler eine Schuluniform tragen?”). Meist handelt es sich dabei um Ja/Nein-Fragen („Do you agree or disagree with the following statement”). Der erwartete Umfang liegt ebenfalls bei ca. 300 Wörtern und man hat 30 Minuten Zeit. Ist die Zeit abgelaufen, wird der Text sofort ausgeblendet und kann nicht mehr bearbeitet werden.
Beim Bearbeiten sollte man unbedingt auf eine gute Strukturierung des Essays achten. Besonders Wert gelegt wird bei der Bewertung auch auf sogenannte linking words, mit denen man seine Gedankengänge und Schlussfolgerungen verknüpfen sollte. Um die Struktur der Essays kennenzulernen und ein Gefühl für die Zeitvorgaben zu bekommen, ist eine Vorbereitung insbesondere in diesem Bereich sehr sinnvoll, da auch eine nur kurze Vorbereitung das Ergebnis entscheidend verbessern kann. Dazu liest man sich am besten Beispielessays durch, die man im Internet oder in Büchern finden kann, und versucht daraufhin, eigene Essays zu schreiben.
Test-Beispiele
Auf der TOEFL-Seite gibt es ein interaktives Flash-Video, das alle Testbereiche vorstellt und eine Idee vermittelt, wie die Aufgaben im Test konkret aussehen.
Dort besteht ebenfalls die Möglichkeit, eine Software mit Test-Fragen herunterzuladen. Ausgewertet werden die Fragen allerdings nicht.
Vorbereitungsmaterialien
Zur Vorbereitung eignet sich meiner Erfahrung nach am besten eine Kombination aus Buch und einer Test-Software, die dem originalem Test nachempfunden ist. Die beste Erfahrung habe ich hierbei mit dem Longman Preparation Course TOEFL Test gemacht. Das Buch ist insbesondere für das Schreiben von Essays interessant. Alle weiteren Testbereiche kann man am besten mit der mitgelieferten Test-Software üben. Neben vier realistischen Komplett-Tests, die einem echten TOEFL-Tets nachempfunden sind, gibt es praktische Mini-Tests, die statt vier nur zwei Stunden in Anspruch nehmen und sich daher gut „für zwischendurch” eignen. Hat man noch weniger Zeit, ist es auch möglich, nur einzelne der vier Testabschnitte zu bearbeiten. In der Auswertung der Reading- und der Listening-Section wird die erzielte Leistung in TOEFL-Punkten angezeigt, um schonmal abschätzen zu können, welche Punktzahl man im echten Test erzielen würde. Bei der Writing- und Speaking-Section gibt es für die Auswertung Checklisten, mit der man seine Leistung selber einschätzen kann. Diese halte ich allerdings für nicht sehr aussagekräftig.
AuÃ?erdem habe ich mir die Software des Vorbereitungsmaterials von Kaplan angeschaut. Sie bietet ebenfalls vier realistische Komplett-Tests an. Leider gibt es keine Möglichkeiten, Mini-Tests oder nur einzelne Bereiche zu bearbeiten. Die Texte und Hörbeispiele sind meist sehr anspruchsvoll. Das führt schnell zu Frustration und man schneidet i.d.R. wesentlich schlechter ab, als später beim echten TOEFL-Test. Allerdings gibt es dadurch einen relativ hohen Lerneffekt. Die Fragen im echten Test fallen einem sehr leicht, wenn man ersteinmal die schwierigen Kaplan-Fragen überstanden hat. Das dazugehörige Buch habe ich nicht getestet.
Testablauf
Am Testtag wird es dann ernst, und man muss beim echten Test sein Wissen unter Beweis stellen. Man sollte ausreichend Zeit zur Anreise einplanen und nicht vergessen, den Personalausweis und einen Ausdruck der Bestätigungsmail mitzunehmen. Der Test selbst nimmt ca. vier Stunden in Anspruch.
Die Testzentren sind, so auch in Paderborn, üblicherweise mit einigen PCs ausgestattet, die meist nur durch Pappwände voneinander getrennt sind. Für die Sprech- und Hörabschnitte liegt ein Headset bereit.
Im Testraum darf man lediglich Wasser trinken. Zwischen der Listening- und der Speaking-Section gibt es allerdings eine 10-minütige Pause, in der man den Raum verlassen kann. Die Zeit kann man für Nahrungsaufnahme, eine Zigarette oder einen Toilettengang nutzen. Zwar besteht auch auÃ?erhalb dieser Pause die Möglichkeit, den Raum kurz für eine Toilettenpause zu verlassen, allerdings ist dies mit viel Aufwand verbunden, da man sich danach wieder identifizieren und ins System einloggen muss.
Im Testzentrum angekommen, in meinem Fall das Sprachlabor der Uni Paderborn, muss man zuerst die Formalitäten erledigen. Nach Prüfung des Personalien muss man eine Erklärung ausfüllen und unterschreiben. AnschlieÃ?end wird mit einer Webcam ein Foto gemacht, um die Testteilnehmer eindeutig zu identifizieren. Dieses Foto findet man später auch auf dem TOEFL-Zertifikat wieder. Per Software wird einem danach ein PC zugeteilt. Nach kurzer Einweisung wird der Test gestartet, und man kann loslegen.
Hat man vorher mit den Ã?bungs-CDs gearbeitet, ist man mit dem Testablauf und der Software bereits bestens vertraut. Bei den Erläuterungen zu den einzelnen Testabschnitten muss man daher nicht so genau hinhören und kann die Zeit zum Entspannen und Gedanken sammeln nutzen. Etwas schwierig wird es nur bei der Speaking Section. Da die Pappwände zwischen den einzelnen Computern absolut nicht schallisolierend sind, wird es ab einem gewissen Zeitpunkt sehr unruhig, da alle Testteilnehmer in ihr Headset sprechen. Um trotzdem das beste daraus zu machen, gibt es zwei Strategien.
Beeilt man sich in den ersten beiden Bereichen (z.B. durch wegklicken der Erläuterungen) kann man in Ruhe ins Mikrofon sprechen, während die meisten anderen Teilnehmer noch in der Pause sind. Nachteil ist jedoch, dass man dann am Anfang der Writing Section einem hohen Lärmpegel ausgesetzt ist, während andere Teilnehmer noch in der Speaking Section sind. Eine andere gute Strategie ist es, mit den ersten beiden Sections gut 10 Minuten später fertigzuwerden als der Sitznachbar. Bleibt man dann während der Pause auf dem Platz sitzen, hat der Sitznachbar bereits mit der Speaking Section begonnen, und man kann sich in Ruhe seine Antworten anhören und Notizen machen. Mit diesem Wissensvorsprung und der deutlich längeren Vorbereitungszeit kann man dann selbst als ungeübter Sprecher noch viele Punkte herausholen.
Dann ist der Test geschafft und man muss sich noch einige Tage auf das Testergebnis gedulden.
Links
TOEFL is a registered trademark of Educational Testing Service (ETS). This website is not endorsed or approved by ETS.
19 Kommentare 
sunrise am 10.09.2011 um 20:32 Uhr
Ich habe gestern den Toefl Test absolviert und bin SEHR enttäuscht
-vor allem über die schlechten Test-Bedingungen!
ca. 15 Leute in einem heißen Raum, kein Trinken, 10 lächerliche Minuten Pause und absolut kein Schutz/Abstand vom Nachbarn- besonders im speaking Part wurde ich stark von den andern Teilnehmern abgelenkt. Somit hatte ich starke Konzentrationsprobleme und hätte wesentlich besser sein können.
Natürlich gelten die Bedingungen für alle, aber "Hochschul atmosphäre" auf die man vorbereitet werden sollte war dies nicht.
Für Leute, die etwas Ruhe zum Lesen brauchen und nicht unter nicht unter extremen Zeitdruck arbeiten können, kann ich diesem Test NICHT empfehlen.
Die Texte im Reading Part hatten es echt in sich, zu Hause ohne Zeitdruck waren sie für mich gut zu verstehen, aber beim Toefl war es mir kaum möglich :(
Falls ich meine Punktzahl nicht erreiche, habe ich vom Cambridge certificate gehört, dass dieser "humaner" durchgeführt wird.
Levi am 18.07.2011 um 12:48 Uhr
Ihr geht von einer maximalen Punktzahl von 120 Punkten aus oder?
Seba am 25.02.2011 um 11:46 Uhr
Danke, netter bericht
Alex am 21.12.2010 um 01:52 Uhr
Man sitzt nicht in einem isolierten Raum, weil der Test bewusst unter 'erschwerten Bedingungen' absolviert werden soll.
california boy am 23.07.2010 um 01:15 Uhr
habe meine punktezahl .... ziemlich schlecht ausgefallen, dachte wirklich ich hätte mehr punkte. Hab den reading und den listening teil verhauen. Habe mich einfach nicht wohlgefühlt bei diesem test. Naja egal kopf hoch!
