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Platinen ätzen II
Eine etwas professionellere Variante
Dieser Artikel befindet sich im Archiv und wird nicht mehr aktualisiert. Informationen können ggf. veraltet, unvollständig oder fehlerhaft sein.
Dies ist eine andere Art, Platinen zu ätzen. Das ganze ist im Gegensatz zur "Quick and dirty"-Methode schon etwas professioneller. Die Ergebnisse dieser Methode kann man sich unter "Belichtungsreihe erstellen" ansehen.
Foto und Text (von mir überarbeitet) sind von Michael Walther alias Mischa. Danke an dieser Stelle!
Materialien
- Bungard Basismaterial
- Overheadfolie für Laserdrucker (Zweckform 3562)
- Plexiglasscheibe 4mm
- Gesichtsbräuner 4x15W UV-A Röhren (Philips)
Layout erstellen
Vor dem Layoutdruck wird die Folie einmal mit einer leeren Word-Datei etc. bedruckt, damit sie schön trocken wird. Außerdem ist sie dann auf Betriebstemperatur und verzieht sich beim späteren Layoutdruck nicht mehr. Nun wird das Layout einfach auf die Folie gedruckt.
Belichtung
Die Belichtung geht mit einem Gesichtsbräuner natürlich wesentlich schneller als mit einer normalen Lampe. Die optimale Zeit ermittelt man am besten mit einer Belichtungsreihe.
Entwickeln/Ätzen
Entwickelt wird ganz normal mit NaOH - eine detaillierte Beschreibung gibt's auf dieser Seite. Geätzt wird mit Natriumpersulfat bei ca. 40-50°C ungefähr 20 Minuten in einer Ätzküvette.
Ätzküvette
Mischa schrieb:
- 4mm Plexiglas; Innenabmessungen: Breite = 22mm, Länge = 230mm, Höhe = 195mm
- Geklebt mit Pattex Kraftkleber (Spezielles Aquariumsilikon ist meines Wissens nach nicht notwendig weil hier nur die Fungizide fehlen die sonst die Fische stören würden - normales Silikon geht auch, genauso wie ein verschweißender Kleber)
- Füllhöhe: 175 mm; Füllmenge: ca. 900ml (Mit ein bisschen Geschick passen Platinen mit 200x160mm rein, aber das ist dann nicht mehr optimal)
Heizung
- Reagenzglas Länge: 160mm ø: 15mm (Bei jedem Chemielabor für lau zu haben)
- 3 x 12V 20W (GY4 fassung) Halogenlämpchen; Drähte sind fest um die Beinchen gewickelt und minimal mit Zinn fixiert. Das wir da drin nämlich ziemlich heiß!
- Sind zur Zeit in Reihe geschaltet, 36V waren leichter als 5A
- Aufheizzeit: 20-30 Minuten; Zum Warmhalten (40-50°C) Spannungsabsenkung auf 25V
- Zum Beschweren unten Schrauben, Muttern, Zinnkugeln und anderen schweren Müll eingefüllt
Belüftung
- Normaler Aquariumschlauch; Mit Kanüle Löcher solange Löcher gestochen, bis es gleichmäßig gesprudelt hat
- Zum Behalten der Form 1,2mm Kupferlackdraht eingeschoben und passend gebogen (Lackdraht, weil ohne Druck Ätzlösung reinläuft und sonst am Kupferdraht ihr Werk verrichtet)
- Druckaufbau mit billigster Aquariumpumpe
- Sprudelregelung: T-Stück mit Ventil - dann wird die Luft umgeleitet statt gesperrt - das ist besser für die Pumpe
Temperaturmessung: Halbleitersensor KTY 81-121 mit Heißkleber überzogen, Anschlüsse befüllt und dann eingeschrumpft, sodass die sich der wieder erhitzende Heißkleber wieder rausgequollen ist.
9 Kommentare 
michi am 29.04.2008 um 18:16 Uhr
hi christian
ich hoffe dein versuch hat geklappt mach weiter so deine idee mit den keramikwiederständen gefällt mir
der Tobi am 05.03.2008 um 00:28 Uhr
hier mal ne Anleitung mit Bildern und Video dabei:
http://www.infolexikon.de/blog/platinen-selbst-atzen/
Martin am 13.05.2007 um 17:03 Uhr
Habe meine Platinen auch früher auf diese Weise hergestellt.
Inzwischen bin ich jedoch auch die Toner-Methode umgestiegen. Da spart man sich belichten und entwickeln: http://thomaspfeifer.net/platinen_aetzen.htm
Flo am 21.11.2006 um 20:21 Uhr
Vorsicht mit alten Trafo-Ölen: Die sind teilweise
ziemlich kanzerogen weil PCB-haltig! Allerdings
wenn Öl, dann in Verbindung mit Widerständen und
nicht mit Halogenlampen, da diese zu heiß werden
und das Öl zersetzen. Zweiter Nachteil ist, dass
dadurch das Glas der Halogenlampe nicht heiß
genug wird, um das Wolfram-Halogenid zu ver-
dampfen und damit den Halogen-Kreislauf zu
sichern. Folge: Starke Schwärzung und kurze
Lebensdauer der Lampen.
Dameda am 09.09.2006 um 14:36 Uhr
In Trafos (Öltrafos) wird meist ein spezielles Mineralöl verwendet... Dürfte preislich also n bissl höher angesiedelt sein... Kann mich aber gern bei nem Kollege schlau machen, wo das Öl für den Hausgebrauch erhältlich is :)
